Das Telefon

Das moderne Telefon wurde im 19. Jahrhundert entwickelt. Verschiedene Wissenschaftler arbeiteten an verschiedenen Methoden zur Übertragung der menschlichen Stimme, u.a. der bekannte amerikanische Erfinder Thomas Edison. Auch der deutsche Philipp Reis war an der Entwicklung beteiligt. Dennoch ist das Telefon eindeutig nicht als deutsche Erfindung zu betrachten.

Das Telefon, das in der Fachsprache auch als Fernsprechapparat bezeichnet wird, dient als Kommunikationsmittel zur Übertragung von Tönen mit Hilfe von elektrischen bzw. akustischen Signalen. Umgangssprachlich wird mit der Bezeichnung Telefon oft das gesamte System bezeichnet und nicht nur das Endgerät, das auf dem Schreibtisch oder wo auch immer steht. In der Schweiz meint man mit dem Satz "Geben Sie mir ein Telefon." nicht, dass der jenige, der das sagt, jetzt ein solches Gerät haben möchte, sondern hier heißt dies soviel wie "Rufen Sie mich an." Technisch gesehen beinhaltet das sog. Telefonsystem vor allem drei hauptsächliche Komponenten. Diese sind der Übertragungskanal (ursprünglich als sog. Doppelader, die mit Gleichstrom gespeist wurde, heute aber meist in der Form von Funkkanälen oder Zeitschlitzen), die Ortsvermittlungsstelle (also die sog. Fernsprech-Vermittlungsstelle) sowie ein Gerät, das Schall in elektrische Signale umsetzt und auch wieder zurückverwandelt. Natürlich ist letzten Endes auch der eigentliche Telefonapparat zur Steuerung und Verbindung der Komponenten wichtig. An sich ist die Technik bzw. das System, das dem Telefon zugrunde liegt so einfach wie genial. Der eingegebene, also die Sprache, wird durch ein Mikrofon, zuerst beim Sprecher in elektrische Signale umgewandelt und dann später beim Empfänger wieder als Schall in Form von Sprache abgegeben. Somit ist es also möglich, dass sich Menschen über Distanzen hinweg miteinander unterhalten können, ohne sich dabei auch nur ansatzweise gegenüberstehen zu können. Noch bevor sich aber die Übertragung von Sprache mit Hilfe von elektrischen Signalen durchgesetzt hatte, wurden schon andere Versuche auf nicht elektrischer Basis unternommen.

Frühe Telefone

Dabei versuchte man, Sprache mit Instrumenten zu übertragen, die in ihrer Form an einer Trompete erinnerten. Diese Sprechrohrleitungen kamen zwar im normalen Gebrauch aufgrund ihrer extrem hohen Störanfälligkeit nicht zum Tragen, wurden aber im 19. Jahrhundert in Form von Sprechröhren im Bereich der Dampfschifffahrt eingesetzt und bewährten sich dort über eine lange Zeit. Dabei begann die eigentliche Geschichte des heutigen Telefons erst 1837, als man in Amerika versuchte, einen Morsetelegraphen zu konstruieren. Schon damals wurde die, für die darauf folgende Technik des Telefons so wichtige Vorbedingung der Signalübermittlung durch elektrische Leitungen, bereits erstmalig praktisch umgesetzt.Nach mehreren bereits marktfähigen entwicklungstechnischen Zwischenstationen wurde dann mit der Erfindung des sogenannten Kohlemikrofons und der damit verbundenen wesentlich lauteren Übertragung und er Verbesserung des Hörers, erstmalig auch ein Gespräch über weitere Distanzen möglich. Allerdings erfolgte der Aufbau der telefonischen Verbindungen damals noch in der Form, dass sog. Handvermittlungen eingesetzt wurden. Später wurde dann ein sog. Telefonvermittlungssystem entwickelt, um dem Benutzer einen eigenen Verbindungsaufbau zu ermöglichen. Später wurde dann mit einer Weiterentwicklung der Telefontechnik auch für spezielle Sonderformen Sorge getragen, von denen wohl die bekanntesten die Telefonzellen und heute vor allem die Notrufsäulen an Autobahnen und Bundesstraßen sowie die Hausnutrufanlagen größerer Gebäude mit hohem Publikumsverkehr, wie zum Beispiel Krankenhäuser und Universitäten, sind. Mithilfe dieser, in der Regel kostenlosen Sonderformen der Telefone ist es möglich, in abgelegenen und/oder gefährdeten Gebieten im Falle eines Unfalls und/oder einer Havarie sowie anderen Notfälle, schnell und kostenfrei professionelle Hilfe an den Ort des Geschehens zu rufen. Zwischenzeitlich gibt es aber die sog. Hausnotruf-Anlagen auch für den privaten Gebrauch zu Hause. Sie sollen es alten und nicht mehr bewegungsfähigen und/oder sonstwie behinderten Menschen ermöglichen, über eine eigens eingerichtete Notruf-Nummer im Falle einer Notlage selbständig Hilfe anzufordern. Ihnen ist somit ein längeres Verbleiben in den eigenen vier Wänden möglich geworden.