Der Streaming Server

Die ersten kommerziell genutzten Streaming Server wurden 1994 von der Firma Progressive Networks (heute RealNetworks) in Seattle, USA, entwickelt. Wer der Erfinder war und ob es vorher bereits ausreichend funktionierende Systeme gab, ist der Redaktion nicht bekannt.

Ein Streaming-Server ist ein sog. dedizierter Server, der benötigt wird, um Streaming Media Daten über ein Netzwerk auszuliefern. Um die Daten zu empfangen, braucht man nichts weiter als einen PC/Mac oder einen Multimedia Receiver.

Beim Ausliefern (durch den Server) werden spezielle Streaming-Protokolle, wie zum Beispiel RSVP, RTP und RTCP von Streaming-Servern unterstützt. Die derzeit am meisten verbreiteten Server dieser Art werden kommerziell lizenziert. Die Kosten können dabei aber überproportional zunehmen, wenn die Anzahl der gleichzeitigen Streams überproportional anwachsen sollte. Es gibt bereits mehrere Unternehmen, die diese Server anbieten. Zu ihnen gehören unter anderem große Anbieter, wie zum Beispiel Microsoft, Apple und RealNetworks. Zunehmend werden aber auch kleinere Unternehmen, wie unter anderem FlexCast in diesem Segment des Marktes für Software und diesbezügliche Produkte aktiv. Daneben gibt es zahlreiche Projekte der Open Source Gemeinschaft, die ebenfalls solche Server entwickelt und testet. Die ersten Produkte für den kommerziellen Bereich in diesem Geschäftsfeld entwickelte allerdings die heutige Firma Real Networks, die früher noch unter dem Namen Progressive Networks tätig war. Heute ist es zudem für private Kunden möglich, über sog. Internet-Provider und/oder Host-Dienste eine bereits vorkonfigurierten Rechner anzumieten. Mit diesem Thema verbunden, ist auch die Nutzung von sog. Streaming-Media-Angeboten, bei denen auf der Seite des Empfängers eine spezielle Software benötigt wird. Diese zwingend notwendige Software kann entweder ein eigenes Wiedergabenprogramm sein, oder eine sog. Plug-in-Software bzw. kurz: ein Plug-in, das in einen Web-Browser integriert - sprich: eingebaut - ist. Enthält nun eine angeforderte Seite im Internet sog. Streaming-Media-Daten, so wird die Plug-in-Software automatisch aufgerufen und aktiviert. In der Regel werden sowohl die automatischen Wiedergabeprogramme als auch die Plug-ins, im Gegensatz zu den dazugehörigen und die nötigen Daten liefernden Server, kostenfrei angeboten.

Shoutcast Server & Co

Derzeit sind bereits viele konkurrierende Techniken im Bereich des Streaming Media auf dem Markt, von denen die wohl bekanntesten folgende sein dürften: (1) No23Live (Freeware), (2) Icecast (Open Source) und (3) der Shoutcast Server, der ebenfalls Open Source ist. Dabei gilt es aber zu bedenken, dass es sich hier trotz der rasanten Entwicklung um eine sehr neue und junge Technologie handelt, die erst seit der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts existiert und angeboten wird. In den ersten Jahrzehnten der Existenz dieser Technik wurden in ihrer Entwicklung nur sehr wenige Fortschritte gemacht, denn die benötigte Technik war extrem teuer und die vorhandenen Kapazitäten der benötigten Computersoftware sehr begrenzt. Erst im Verlauf der späten achtziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts wurden dann Computer entwickelt, die genügend leistungsfähig waren, um die verschiedensten Medien ordentlich anzeigen zu können. Um sog. Streams empfangen zu können, benötigt man nämlich als zwingende Voraussetzung eine genügend starke CPU und eine ausreichende Netzwerk-Bandbreite (eine sog. BUS) für die erforderlichen Datenraten. Erst in den späten neunziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts waren dann endlich größere Datenmengen verfügbar. Zudem wurde der Zugriff zum Internet erleichtert bzw. für private Unternehmen und Einzelpersonen überhaupt erst freigegeben. Im Zuge dessen wurde das Internet praktisch kommerzialisiert und es gab somit auch Standard-Protokolle und Formate, wie zum Beispiel das HTML. Aufgrund dieser Fortschritte in den benötigten Computernetzwerken in Verbindung mit modernen Betriebssystemen und leistungsfähigen Computern wurde die private Nutzung von Streaming Media überhaupt erst ermöglicht. Dabei ist die jeweilige Technik (Shoutcast Server, Icecast Server, etc.) aber nach wie vor in einer rasanten Entwicklung begriffen.