Das Automobil

Das erste moderne Auto mit Verbrennungsmotor entstand im Jahr 1886. Erfinder war Karl Benz, Stätte des Schaffens Mannheim. Unabhängig davon entwickelten in Stuttgart Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach weitere Automobile. Auch Siegfried Marcus, gebürtiger Mecklenburger, entwickelte in Wien, einen Wagen, bei ihm von einem Benzin-Viertakter angetrieben. Bereits 1866 hatte Nikolaus August Otto, die Entwicklung des Viertakt-Gas-Motors abgeschlossen.

Zu Beginn der Entwicklung der modernen Fahrzeuge und um die Jahrhundertwende 19./20. Jahrhundert gab es noch eine rege Konkurrenz zwischen den einzelnen Fahrzeugantrieben. Während anfänglich noch Dampf-Fahrzeuge und Wagen mit Elektromotor bevorzugt wurden, setzte sich gegen 1920 der Benzinmotor mehr und mehr durch. Der Allrad-Antrieb, der erst 1972 in Großserie produziert werden würde, kam übrigens bereits 1903 zum Einsatz, als Ferdinand Porsche seinen Elektro-Wagen "Lohner-Porsche" baute. Währenddessen schritt die übrige Entwicklung in 7-Meilen-Stiefeln voran, obwohl die Umsetzung theoretischer Erkenntnisse bisweilen dauerte: So wurde die moderne Scheibenbremse zwar schon 1899 erfunden und patentiert, kam jedoch erst 1955 in Serienfahrzeugen zum Einsatz. Dabei war die Fließbandfertigung von Automobilen bereits seit 1913 erfolgreich bei Ford in den USA implementiert worden. 1924 folgte in Deutschland der Opel Laubfrosch in Massenproduktion.

Ein wichtiger Punkt in der deutschen Auto-Geschichte war auch die Fusion der Unternehmen von Karl Benz und Gottlieb Daimler zur Daimler Benz AG im Jahre 1926. Danach ging es konstant weiter: 1933 entwickelte man den Rotationskolbenmotor, 1940 gab es bereits erste Automatikgetriebe (!) und 1948 folgte der moderne Gürtelreifen, eine Entwicklung von Michelin in Frankreich. In ähnlichen Abständen folgten: Gurte (1957), elektronische Benzineinspritzung (1967), Katalysator für Benzinmotoren (1974), ABS (1978), Airbag (1980), Katalysator für Dieselmotoren (1990), ESP (1995).

Heute üblich sind neben den bereits genannten Sicherheitseinrichtungen (Airbag und Gurte) auch weitere Einrichtungen wie die Sicherheitskopfstütze und der Gurtstraffer, welcher den Gurt bei einem Unfall innerhalb von 15 Milisekunden anzieht, um den Insassen im Sitz zu halten. Weiterhin besitzen moderne Cabriolets Überrolbügel, die die Insassen des Fahrzeugs bei einem Überschlag schützen und einen sog. "Überlebensraum" bereitstellen. Bei den neusten Modellen sind diese teilweise versteckt, schiessen jedoch im Ernstfall innerhalb von Millisekunden aus der Verkleidung hevor. Außerdem weisen moderne Automobile eine sog. "Knautschzone" auf, die von Ingeneuren extra zur Deformierung im Fall der Fälle gebaut wurde. So wird eine Energie-Absorption durch die Knautschzone erreicht, die stärker gebaute Fahrgastzelle jedoch bleibt (idealerweise) intakt.

Im Jahr 2009 weist die politische Entwicklung darauf hin, dass eine Abkehr vom Benzin- und Diesel-Motor zu erwarten ist. Stattdessen werden auf mittelfristige Sicht Elektro-Automobile die Straßen beherrschen. Ziel der Entwicklung ist jedoch eine abgasfreie Mobilität, die sich letztendlich nur durch Marktreife eines mit Wasserstoff betriebenen Autos realisieren ließe.